yksflip

Belgien

Aus Rotterdam raus, geht es erst durch lustige Tunnel, mit einer kleinen Fähre, entlang unendlicher Monokultur und durch viele kleine Örtchen, die sich alle kaum ähnlicher sein könnten. Es ist wieder super Windig und ich komme nicht ganz so weit wie geplant, dafür finde ich aber einen netten Campingplatz in einem Wäldchen. Abends entspanne ich in der Hängematte. Nachts lausche ich dem Regen prasseln auf meinem Zelt, eins meiner Lieblingsgeräusche.

Immerhin werden nach der belgischen Grenze die Felder etwas interessanter, es gibt mehr Bäume und die Häuser sehen verspielter aus. Seit einiger Zeit schon fahre ich an viel befahrenen Straßen häufiger mit Musik oder Podcast, dieser hat mir besonders gut gefallen: "Das Feature: Briefe an mich - Zwiegespräch mit meinem queeren Ich"

Entlang eines Kanals radelt es sich einfach so hin, bis ich einen guten Platz zum Kampieren, an einem Rhababerfeld, gefunden habe.

Brüssel

In Brüssel überschreite ich ne unsichtbare Grenze. Plötzlich sprechen alle Französisch, es gibt keine Radwege mehr und es wird verdammt hügelig! Neben den Europaflaggen, Waffelständen, Bronzefiguren die pinkeln und Straßenbahnen die unterirdisch fahren 🤯 ist Brüssel eine echt vielfältige, aber auch laute und große Stadt mit sehr viel Leben! Ich komme auf der Couch einer vierer WG, die Freunde von Freunden von Freunden sind, unter. Zufällig ist dieses Wochenende hier auch ein Jazzfestival!

Aus Brüssel komme ich direkt auf den EuroVelo5 und folge ihm eine Weile. Dann fahre ich aber weiter Süd nach Spy, wo ich die nächsten Tage etwas arbeiten werde. Zum ersten mal mache ich auch einige Höhenmeter, das macht sowohl spaß (34.3km/h neue aufgezeichnete höchstgeschwindigkeit), ist aber auch ziemlich anstrengend! Auch das Verfahren wird dadurch unliebsamer. Nach Passagen an der Bundesstraße, komme ich aber auch noch auf ganz nette Wege zwischen hügeligen Kartoffelplantagen.

Spy

In Spy werde ich von der super lieben Claire und ihrer Familie aufgenommen. Auch wenn wir kaum verbal kommunizieren können (ich sprech kein Französisch und sie spricht nur wenig Englisch, gibt sich aber größte Mühe). Verstehen wir uns gut. Beim gemeinsamen Abendessen samt neugeborener Enkelkinder habe ich Gelegenheit in mich zu gehen und zu versuchen die Situation zu akzeptieren, nicht kommunizieren zu können. Schaffe es nicht so ganz.

An einem Abend Räume ich alle Satteltaschen einmal aus und nehme jedes Teil nochmal in die Hand. Damit kann ich gut 2kg einsparen und in einem längerem Unterfangen mit der bpost heimschicken.